"Es ist meist ein langer Weg, bis jemand zu uns kommt“

03.12.2011

Der Landtagsabgeordnete Dr. Karl Vetter besuchte die Fachambulanz für Suchtprobleme der Caritas.

In seiner Funktion als Sucht und Drogenbeauftragter der Freien Wähler machte sich der Landtagsabgeordnete Dr. Karl Vetter am Freitag ein Bild vor Ort. Bei seinem Besuch in der Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme in Cham betonte die Leiterin der Einrichtung, Diplom-Psychologin Angelika Betz, die Wichtigkeit des Themas: „Wir sind mit Beratungen gut eingedeckt." Erst Mitte des Jahres wurde die Ambulanz personell aufgestockt - entsprechend der stetig steigenden Nachfrage.

In den vergangenen Jahren kamen jährlich rund 150 Klienten, 2011 nehmen voraussichtlich mehr als 200 Menschen das kostenlose und anonyme Angebot an. Am häufigsten geht es in den Beratungen um das Thema Alkohol, zweiter Schwerpunkt ist die Drogensucht. Ein zuletzt verstärkt auftretendes Problem ist darüber hinaus die Spielsucht. „Hier hat die Politik erkannt, dass sie mit Gesetzen etwas ändern muss", sagte Vetter. Parteiübergreifend sei man sich einig, dass es in Zukunft weniger Spielhallen geben muss, da die Suchtgefahr durch die Dichte des Angebots gesteigert wird. Angelika Betz und ihre Kollegen Josefine Hirn und Peter Bindl ergründen bei der Glücksspielberatung in Cham zunächst die Ursache, was der Süchtige kompensieren will. Anschließend werden dann Alternativen gesucht und Kontrollstrategien entwickelt. Die größten Erfolgsaussichten, von der Sucht loszukommen, haben der Erfahrung nach Menschen, die freiwillig zur Fachambulanz kommen. „Es ist meist ein langer Weg, bis jemand zu uns kommt", weiß Betz. Jeder solle aber wissen, dass bei Suchtproblemen Hilfe in Cham angeboten wird. Im Bereich der Drogen dreht sich derzeit vieles um Crystal Speed - und dieses Thema steht sicher auch auf dem Terminplan, wenn Karl Vetter im Frühjahr mit dem Landtagsausschuss für Umwelt und Gesundheit zu einemTreffen mit tschechischen Politikern ins Nachbarland reist. Für dieses Gespräch sammelt Vetter derzeit Informationen, um zu erkunden, wie die Politik reagieren kann. Seit der Liberalisierung der Drogengesetze in Tschechien hätte sich die Problematik gerade im Landkreis Cham deutlich verschärft. Und das will Vetter bei seiner Tschechien-Reise auch deutlich ansprechen.

(Quelle: Bayerwald Echo)

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