29.11.2011
Karl Vetter diskutierte mit Mitarbeitern des Pflegedienstes St. Vinzentius über deren Anliegen
FURTH IM WALD. „Uns brennt vieles auf den Nägeln." Das betonte der Geschäftsführer des St. Vinzentius-Vereins Andreas Jordan bei einem Besuch von Landtagsabgeordnetem Karl Vetter in Furth im Wald. Der Gesundheitspolitische Sprecher der Freien Wähler diskutierte mit sieben Mitarbeitern des ambulanten Pflegedienstes über politische „Missstände" im Altenpflegeberuf. Vetter war der Einladung des Pflegedienstes gefolgt, um sich die Probleme der Mitarbeiter anzuhören und sie in den bayerischen Landtag zu tragen. „Die Basis hören", nannte es Vetter und die trug ihre Anliegen teilweise lautstark vor. Einen Katalog, bestehend aus vier Fragebögen mit insgesamt 18 Fragen, hatten die Pflegedienstler vorbereitet. Vetter hörte zu, versuchte, Antworten zu geben und versprach, die Anliegen in die zuständigen Ausschüsse zu bringen.
In der Diskussionsrunde mit den Mitarbeitern des St. Vinzentius Pflegedienstes hat sich der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Karl Vetter, die Sorgen der Altenpfleger angehört. In einem Interview spricht der gesundheitspolitische Sprecher der FW-Fraktion über die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Pflegesektor: Der demografische Wandel stellt in der Pflege nicht nur ein finanzielles Problemdar. Was kann die Politik da machen? Karl Vetter: Die junge Generation und vor allem die jüngere Politik fragen sich das auch. Ich meine, wir brauchen eine echte Pflegerreform. Wir brauchen zum Beispiel auch einen Solidaritätsausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung. Uns gehen sonst die finanziellen und personellen Ressourcen aus. Die Pflege von Angehörigen stellt eine große Herausforderung dar. Immer mehr alte Menschen stehen immer weniger jungen gegenüber: Wie soll das gehen? Wir müssen uns überlegen, wie man die Angehörigenpflege besser regelt. Wir müssen mehr Anreize setzen. Die Pflegedienste können das alles nicht alleine leisten. Wir, die Freien Wähler, denken an alternative Wohnformen und wollen mehr in Richtung Mehr-Generationenhäuser gehen und Betreutes Wohnen. Das muss man forcieren. Die Leute müssen möglichst lange autark bleiben, damit sie erst möglichst spät pflegebedürftig werden, mit dem Wissen, bei Bedarf auf ambulante Pflege-Strukturen zurückgreifen zu können. Zumindest stelle ich mir das so vor, wenn ich alt bin. Ist das bei Ihnen schon geregelt? Im Freundeskreis scherzen wir oft über die Einrichtung einer „Alters-WG" und dann Pflege durch Angehörige. Ich habe eine Tochter und ich hoffe und glaube, dass sie später einmal da ist.
(Quelle: Bayerwald Echo)
Kampfansage an die Bürokratie (PDF-Format, ca. 166 KB)